Das Armband des "Königs"
Gestern erreichte uns ein Hilferuf, wie wir ihn nur zu gut kennen: Ein junger Mann hatte sein geerbtes Königsarmband verloren. Solche Stücke wiegen oft nicht viel in Gramm, aber umso mehr im Herzen, denn ihr Wert ist vor allem ein ideeller. Wer ein Erinnerungsstück verliert, das einem vererbt wurde, der verliert ein Stück Familiengeschichte, und genau deshalb zählt für uns jeder dieser Einsätze.
Der junge Mann hat alles richtig gemacht. Er hat uns früh kontaktiert, die Örtlichkeit des Verlustes relativ genau eingegrenzt und sogar noch ein kurzes Video anhand Streetviewer gedreht. Das hilft enorm: Je präziser wir wissen, wo zuletzt alles in Ordnung war und auf welchem Weg sich jemand bewegt hat, desto kleiner wird die Fläche, die wir Schritt für Schritt absuchen müssen. Eine gute Eingrenzung ist bei einer Suche in der Stadt oft schon die halbe Miete.
Da es bei mir in der Stadt war, konnten wir direkt, nachdem der Hilferuf eingegangen war, zur Örtlichkeit fahren und die Suche beginnen. Kurze Wege sparen wertvolle Zeit, und gerade bei einem kleinen, beweglichen Fundstück zählt jede Stunde, bevor es jemand aufhebt oder es tiefer ins Erdreich tritt.
Vor Ort haben wir uns aufgeteilt, und jeder kam von einer Seite. So arbeiten wir häufig: Wenn mehrere Sucher ein Gebiet von verschiedenen Richtungen in überlappenden Bahnen abgehen, bleibt kaum eine Lücke übrig, und ein kleines Fundstück gerät seltener unbemerkt zwischen zwei Suchspuren. Das Armband wurde gefunden.
Die schnelle Reaktion aller Beteiligten führte auch zu diesem schnellen Erfolg. Der Hilferuf ging um ca. 17 Uhr ein, und gegen 20 Uhr hatte der junge Mann sein geliebtes Armband wieder in den Händen. Genau in solchen Momenten zeigt sich, warum sich unser ehrenamtliches Netzwerk lohnt: ein paar Stunden Einsatz, und ein wertvolles Erinnerungsstück ist gerettet.
Wenn auch Ihnen ein Ring, ein Armband oder ein anderes liebgewonnenes Stück abhandengekommen ist, melden Sie sich gern bei uns. Eine faire Aufwandsentschädigung besprechen wir individuell, ein Finderlohn bleibt immer freiwillig, und je schneller wir starten können, desto besser stehen die Chancen.
Ein Beitrag vom “Herr der Ringe” Steven.